Impressionen vom INOSIM User Day 2019

Eine Vielzahl informativer Begegnungen zwischen Anwendern und Mitarbeitern brachte der INOSIM User Day 2019, der aufgrund unseres Zuwachses an internationalen Kunden erstmalig komplett auf Englisch abgehalten wurde. Die Veranstaltung begann mit einem Get-together am Vorabend. Treffpunkt war Dortmunds neue Sehenswürdigkeit, der Phoenixsee, wo den Teilnehmern bei einem geführten Spaziergang Wissenswertes zur regionalen Industriegeschichte vermittelt wurde. Ein gemeinsames Abendessen in einem traditionsreichen Dortmunder Restaurant rundete den Abend ab.

Topaktuell wurde es dann am nächsten Morgen. Mehrere Dutzend Anwender und Mitarbeiter von INOSIM hatten sich am Dortmunder Standort eingefunden. Geschäftsführer Peter Balling eröffnete die Veranstaltung mit neuesten Informationen zur Organisations- und Personalentwicklung der INOSIM Unternehmensgruppe: Seit mittlerweile sechzehn Jahren beliefert die INOSIM Software GmbH industrielle Anwender mit hochwertiger Software für die Prozesssimulation. Im Jahre 2010 kam die INOSIM Consulting GmbH hinzu, die ihren Kunden in allen Fragen von Materialflussanalyse, Prozessentwicklung und Anlagenplanung mit neuestem verfahrenstechnischen Wissen zur Seite steht. Seit diesem Jahr gibt es außerdem die INOSIM Solutions LLC, angesiedelt in Dallas, Texas. Sie betreut unsere Kunden auf dem amerikanischen Markt und hat sich zum Ziel gesetzt, die Lösungen von INOSIM dort noch weiter zu verbreiten.

Anschließend informierte Dr. Christian Sonntag über Innovationen in der INOSIM Entwicklung. Unsere Software soll zukünftig auch als Werkzeug zur voraussagenden Produktionsunterstützung nutzbar gemacht werden. In Form von Dashboards soll das Simulationsmodell Informationen für verschiedenste Produktionsbeteiligte zur Verfügung stellen. So können Entscheidungen, zum Beispiel über den sinnvollsten nächsten Arbeitsschritt oder über Maßnahmen im Störungsfall, per Online Oracle unterstützt werden. INOSIM Mitarbeiter Erik Balling demonstrierte dies anhand eines serverbasierten Modells, das von den Teilnehmern des INOSIM User Day 2019 direkt an ihren Rechnern nachvollzogen werden konnte: Das sogenannte KPI-Cockpit liefert auf Basis des INOSIM-Modells produktionsrelevante Informationen und Voraussagen, z. B. die zu erwartende Durchschnittsproduktionsrate einer Anlage innerhalb eines definierten Zeitraums.

Wie Dr. Sonntag weiter ausführte, ist INOSIM zusammen mit namhaften Partnern aus Industrie und Wissenschaft am KI-Forschungsprojekt KEEN des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie beteiligt. Ziel ist die Implementierung von KI-Verfahren in der Modellierung von Prozessen, Produkteigenschaften und Anlagen, dem Engineering sowie der Realisierung selbstoptimierender Anlagen. So sollen KI-Methoden beispielsweise für die Entwicklung einer selbstlernenden Produktionsanlage genutzt werden, die sich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen kann. Eine weitere denkbare Anwendung ist das optimierte Scheduling. Die Abbildung hoher Anlagen- und Prozesskomplexität durch INOSIM Modelle kann hier zur effektiven Produktionsplanung genutzt werden. Die Einbindung von KI-Methoden in die Simulation ermöglicht dabei ein (Re-)Scheduling in Echtzeit.

Im Anschluss berichtete Christian Sonntag aus weiteren Forschungsbeteiligungen von INOSIM. OptiProd.NRW startet im kommenden Jahr. Hier soll ein reaktives Echtzeit-Scheduling für verfahrenstechnische Prozesse entwickelt werden. Im NRW-Projekt LEGOLAS wird ein Planungsassistenz-Tool für modulare Industrie-4.0-Anlagen in der Prozessindustrie entwickelt, das dynamische Simulationsmodelle aus INOSIM als Grundlage nutzt. Das SkaMPi-Projekt, gefördert vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, hat sich die Erhöhung der Ressourceneffizienz speziell für die verfahrenstechnischen Prozesse kleinvolumiger Produktionsanlagen zum Ziel gesetzt. INOSIM Software wird dabei zur Analyse und statistikbasierten Bewertung der Projektergebnisse eingesetzt.

Nach soviel Zukunftsmusik und einer ausgiebigen Mittagspause ging es im zweiten Teil der Veranstaltung um die Anwendung von INOSIM bei unseren Kunden in der Gegenwart. Dr. Andreas Schluck (Bayer AG, Leverkusen) berichtete zunächst von der Entwicklung einer Virtual Factory. Um für zukünftige Anforderungen gerüstet zu sein, setzt der Konzern auf strukturierte Methoden zur Simulation und Analyse der zunehmend komplexen Produktionsprozesse. INOSIM wird hier für Voraussagen und besseres Prozessverständnis eingesetzt. Im Ergebnis soll unternehmensweite Standardisierung ebenso möglich werden wie Kapazitätserhöhungen und Effizienzverbesserungen der simulierten Anlagen.

Dr. Malte Otromke wusste von positiven Erfahrungen beim Einsatz von INOSIM zur Bewältigung volatiler Marktanforderungen bei der Clariant AG zu erzählen. Eine zentrale Forschungsabteilung ermittelte dort mit Hilfe der Prozesssimulation das Anlagenverhalten bei fluktuierenden Produktnachfragen. Leistungskennzahlen zu Wartezeiten oder Reaktorstillständen wurden dabei ebenso untersucht wie bestmögliche Erweiterungen der Anlage. Dank der Simulation mit INOSIM stand am Ende eine optimale Strategie, um auch unter wechselnden Nachfragebedingungen die gewünschten Produkte pünktlich und in hoher Qualität liefern zu können.

Anschauliche Beispiele der Nutzung von INOSIM beim Spezialitätenchemie-Konzern Arkema (Frankreich) lieferte im Anschluss Julien Ferel. Dort wird die Prozesssimulation unternehmensweit für logistische Optimierung, Debottlenecking, Wirtschaftlichkeitsberechnungen sowie im Basic Engineering eingesetzt. In einem internen Projekt zur Kapazitätserhöhung wurde dank INOSIM eine optimal auf die Produktionsziele angepasste Anlagenkonfiguration gefunden. In einer weiteren Untersuchung halfen INOSIM Gantt und der INOSIM Statistical Analyzer bei der optimalen Abstimmung der Lagertanks in einer Mehrproduktanlage. Wie Herr Ferel hervorhob, kamen den Ingenieuren bei Arkema in beiden geschilderten Projekten INOSIM Features wie Gantt-Diagramm, VBA-Anpassung, Rezeptmodule und Excel-Schnittstelle zugute.

Den Schlussteil der Veranstaltung leitete Torsten Hellenkamp für INOSIM mit einem Überblick zur diesjährigen Kundenbetreuung ein. Neben einer Vielzahl von Supportfällen, die erfolgreich bearbeitet wurden und teilweise zu Neuentwicklungen und Fehlerbehebungen der Software führten, bot INOSIM im vergangenen Jahr noch weitere Kundenservices an. Die Rubrik Tipps und Tricks unserer Homepage, eine Anregung unserer Kunden aus einem früheren Anwendertreffen, bietet seit nunmehr zwei Jahren eine umkomplizierten Zugang zum INOSIM Expertenwissen. Ebenfalls bewährt haben sich die INOSIM Webinare im Rahmen unserer Rubrik Offene Support-Sprechstunden. Einen Rekord gab es bei den INOSIM Schulungen, von denen im laufenden Jahr soviele wie nie zuvor von unseren Consultants durchgeführt wurden.

Auch aus der INOSIM Anwendungsentwicklung wusste Torsten Hellenkamp viel Neues zu berichten. Die nächste Programmversion INOSIM 13 ist für Mitte des kommenden Jahres geplant. Deren wichtigstes neues Feature ist eine .NET-Unterstützung für Basic. Damit können INOSIM-Benutzer demnächst wahlweise auf die Komponenten und Datentypen des Microsoft .NET Frameworks bei ihrer Anwendung des INOSIM Visual Basic Plugins zugreifen. Weitere Neuerungen in INOSIM 13 betreffen die verbesserte Darstellung von GUI und Gantt-Diagramm, Erweiterungen des INOSIM Basic Objektmodells, neue Statistik-Features und vieles mehr. Aber auch für INOSIM 14 (geplant für 2021) sind schon Neuentwicklungen angedacht. Als reine Simulation Engine wird es wahlweise ohne Benutzeroberfläche zur Verfügung stehen. Dies erleichtert die Integration mit weiteren geplanten Neuheiten wie den oben geschilderten INOSIM Dashboards und Online-Anwendungen. Darüber hinaus werden in INOSIM 14 Parallelisierungsfunktionen zur Verfügung stehen, z. B. um mit verschiedenen Parametern simultan zu simulieren, oder um statistische Analysen und Optimierungen noch schneller durchzuführen.

Neben den genannten Fachinformationen ergaben sich beim INOSIM User Day 2019 für Kunden und Mitarbeiter auch wieder viele neue Gelegenheiten zum informellen Austausch und persönlichen Kennenlernen. Auch im nächsten Jahr wird es wieder ein Anwendertreffen in unseren Räumlichkeiten in Dortmund geben. Wir freuen uns jetzt schon, Sie dann beim INOSIM User Day 2020 begrüßen zu dürfen.

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